Gran Torino

Clint Eastwood übt Selbstjustiz in: GRAN TORINO.

Walt hat gerade seine Frau verloren und seine Kinder wollen ihn in ein Seniorenheim abschieben. Von nun an lebt er endgültig allein mit seinem Hund Daisy im Haus und poliert seinen 72er Gran Torino. Da bekommen seine asiatischen Nachbarn Probleme mit einer Gang. Als der Kampf auf Walt´s Rasen ausgetragen wird, greift der gealterte Kriegsveteran ein und erklärt der Gang den Krieg. Um Tao, den Sohn seiner Nachbarn, ein solches Schicksal zu ersparen, beginnt Walt sich um den schüchternen Jungen zu kümmern, doch dann wird dessen Mutter brutal mißhandelt...

Clint Eastwood dreht wie ein Weltmeister in einem Alter, wo sich die meisten längst auf ihrem Altenteil ausruhen. Aber anstatt billige Duzendware zu produzieren, legt der Altmeister eine Leidenschaft in jeden Meter Film, als könnte es sein letztes belichtetes Frame sein. GRAN TORINO ist aber auch nochmal ein Streifzug durch die bekanntesten Rollen von Eastwood. Walt Kowalski hätte auch Harry Calahan heißen können, denn ähnlich zynisch wird hier agiert und Selbstjustiz ist auch in GRAN TORINO ein Mittel zum Zweck. Nur wer hier einen Actionfilm erwartet, ist falsch. Wie bereits in MILLION DOLLAR BABY geht es auch in GRAN TORINO um das Leben, um die kriegerische Vergangenheit, die Globalisierung der Gegenwart und die hoffnungslose Zukunft der verlorenen Jugend. Jedoch kann man den Film auch nicht als ernsten Philosophieschinken bezeichnen. Es ist eben das Leben: Mal ernst, dann nachdenklich, lustig, hoffnugslos und tragisch. Wieder ein gelungener Film, den man unbedingt gesehen haben sollte.

5 von 5 Punkten
Hoffentlich nicht das letzte Meisterwerk der Legende.

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