Johnny Depp ist von Christian Bale nicht zu fassen in PUBLIC ENEMIES. 1933 nimmt das Verbrechen eine neue Form an. Bankräuber fliehen mit schnellen Autos über die Staatsgrenzen. Da noch keine Bundesbehörde existiert, können sie nicht gefaßt werden. Trotz des politischen Widerstands baut J. Edgar Hoover das FBI auf. Um das Moloch Chicago soll sich Agent Purvis kümmern. Dort raubt auch der Staatsfeind Nr. 1, John Dillinger, Banken aus. Dieser hält sich für unangreifbar. Schließlich holt er seine alte Bande aus dem Gefängnis und geht auf Raubzug, wobei er der Bevölkerung gegenüber stets fair bleibt und Geiseln auch mit einem Teil der Beute entschädigt. So wurde er zum Helden. Doch Purvis legt seine Schlinge immer enger und schließlich gelingt es ihm Dillinger zu verhaften... Die Videooptik ist, wie auch bei den letzten Michael-Mann-Filmen, beeindruckend. Die realistische Darstellung, bei der der brachiale Ton auch eine große Rolle spielt, zieht den Zuschauer quasi in den Film. Obwohl Johnny Depp und Christian Bale ihre Arbeit recht gut machen, schien Michael Mann ihre Palette nicht voll nutzen zu wollen. Gerade bei Johnny Depp waren die "Daumenschrauben" förmlich zu spüren. Der Zuschauer sollte die Kälte und die Melancholie der Zeit spüren, was aber kein Grund ist seine Schauspieler nur schwermütig agieren zu lassen. So wirken die Längen gleich doppelt so lang. Eine fehlende klare Aussage läßt den Zuschauer das Kino auch noch ohne einen Gedanken an den Film verlassen. Ein Pluspunkt in PUBLIC ENEMIES ist die epische Erzählweise, die hier viel besser gelungen ist, als in MIAMI VICE. Das Auf und Ab des Helden sollte wohl jedem Zuschauer berühren. PUBLIC ENEMIES ist sicher einen Besuch wert, wenn man nicht zu große Erwartungen hat. 3 von 5 Punkten |