George Clooney ist THE AMERICAN. Jack führt ein einsames, geheimnisvolles Leben. Dafür gibt es einen Grund, denn er ist Auftragskiller. Bei seinem letzten Auftrag in Schweden ist etwas schief gelaufen und Jack mußte schließlich seine Freundin töten. Diese Situation verschlimmert noch seine Lethargie und das Untertauchen in einem kleinen italienischen Dorf, mitten in einer kargen Landschaft, verbessert die Sache auch nicht gerade. So schleppen sich die Tage hin mit Besuchen bei einer Prostituierten, namens Clara, und Diskussionsstunden bei Weinbrand und Essen mit dem Dorfpriester. Doch schließlich bekommt er einen neuen Auftrag, allerdings zweifelt Jack an seinem Tun und will aussteigen, da wird er angegriffen und selbst Clara kann er nicht mehr vertrauen... In einer Zeit in der Filme immer teuerer werden und sich die Studios mehr und mehr auf die Technik des Films und die Stars konzentrieren, anstatt auf den Inhalt, da tut ein Film wie THE AMERICAN der Seele wirklich gut. Bis zum Finale folgt Anton Corbijn seiner Figur und zeichnet so ein beeindruckendes Bild von einem Mann, der stellvertretend für eine Nation steht. Denn wie die amerikanischen Militärs hinterläßt auch Jack viele Leichen die andere beseitigen dürfen und die Frage der Verantwortung wird nicht einmal gestellt. Damit ist THE AMERICAN kein Film für das große Publikum, was von INCEPTION oder TWILIGHT angezogen wird. Viel ehr ist es ein Film für Liebhaber des Kinos. Mit beeindruckenden Bildern, die nie gekünstelt wirken und trotzdem voller visueller Kraft und Poesie sind, verliert sich der Zuschauer in dem Film wie in einem Glas guten italienischen Wein oder einem guten Buch. Leider überträgt sich die Poesie nicht auf die Dialoge, was auch kaum zu einem schweigsamen Protagonisten gepaßt hätte. THE AMERICAN ist unbedingt einen Besuch wert, denn im Gegensatz zu den gängigen Industrieprodukten, hat man diesen Film nicht beim Verlassen des Kinosaals wieder vergessen. 5 von 5 Punkten |