Wall Street-Geld schläft nicht

Oliver Stone setzt seinen 20 Jahre alten Klassiker fort: WALL STREET.

Die 90er Jahre verbrachte Gordon Gekko vor Gericht und im Gefängnis. Als er nach acht Jahren wieder auf freien Fuß kommt, ist die Welt eine andere. Seinen Lebensunterhalt verdient er jetzt mit der Vermarktung seiner Lebensgeschichte. Bei einer Lesung lernt er den jungen Jake kennen, der Gordons Schwiegersohn wird. Winnie Gekko möchte aber von ihrem Vater nichts wissen. Jake hingegen versucht sich mit Gordons Hilfe an Bretton James zu rächen für seinen verlorenen Job als Investmentbanker und den Selbstmord seines Mentors und Arbeitgebers Luis Zabel. Doch Gordon verfolgt seine eigenen Pläne und will wieder ins große Geschäft. Als Jake das bemerkt, ist es schon zu spät...

Das Original aus dem Jahr 1987 ist immer noch ein Klassiker, warum also ein Sequel drehen? Oliver Stone gibt die Antwort im Film: Heute handeln Broker nur noch mit Papier. Niemand weiß mehr was die Firmen überhaupt produzieren und alle handeln mit Geld das sie nicht haben. So kommt es immer von einer Seifenblase zur nächsten. Mit vielen optischen Symbolen zeigt Stone das Auf-und-Ab in der Börsenwelt. Die Dialoge zeichnen ein ebnso kritisches Bild von der menschenignoranten Finanzwelt. Gespielt wird dieses Werk von hervoragenden Darstellern, deren Charaktere zwar nur wenig Tiefe haben, aber die gute Mischung und einige überraschende Wendungen verleihen den Film seine Spannung. Trotz der ganzen Kritik an der Finanzwelt, die im neuen WALL STREET-FILM recht mafiös agiert, bleibt das Ende sehr flach und ist zu versöhnlich. Wenigstens wird der Kapitalismus seziert und im Hintergrund hört der Zuschauer auch zum ersten mal, daß Krisen zum Kapitalismus gehören und wichtig sind.

4 von 5 Punkten
Kritisch, aber ein Klassiker?

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